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Aggressiver Hund – Was ist nur mit Zoe los?

Ein Hund macht im Laufe seines Lebens einige Veränderungen durch. Viele sind positiv aber es gibt auch einige wenige, die einem lieber erspart bleiben möchten. Seit einiger Zeit macht Zoe eine Veränderung durch, die ich nicht wirklich gutheißen kann. Was ich anfangs noch als Unsicherheit abgetan habe, entwickelt sich langsam zu einem immer größer werdenden Problem: Zoe rennt auf Menschen zu und bellt diese aggressiv an! Was ist nur mit ihr los? Ist sie ein Aggressiver Hund?

Aggressiver Hund – Zoe doch nicht! Oder etwa doch?!

Zoe wird dieses Jahr im Mai vier Jahre alt. Vor ca. einem halben Jahr fing sie plötzlich an, am Abend, wenn meine Freundin mit ihr Gassi ging, Menschen die vorbeigingen, zu fixieren und im schlimmsten Fall sogar auf sie zuzurennen und sie anzubellen. Dies passierte sowohl mit als auch ohne Leine. Ich muss dazu sagen, Zoe war schon immer nachts etwas ängstlicher als tagsüber und ihre erste Silvesternacht hat das Ganze nicht wirklich verbessert. 

Nachdem wir Zoes Verhalten eine Weile bepobachtet hatten, beschlossen wir, sie eine zeitlang abends an der Leine zu behalten und sobald sie anfing Menschen zu fixieren, sie abzulenken. Das klappte auch total super und nach kurzer Zeit konnte Zoe am Abend wieder ohne Leine raus. Ich nahm damals an, dass das Bellen entweder aus Angst oder auf das Beschützen meiner Freundin zurückzuführen war, zumal Zoe sich bei mir ganz normal verhielt.

Mittlerweile aber fängt das Bellen wieder an! Vor ein paar Tagen war ich Abends mit Zoe unterwegs, wie immer eigentlich ohne Leine – da sie bei mir aufs Wort hört. Plötzlich sah sie einen Flaschensammler und rannte laut bellend auf ihn zu. Nach mehrmaligem Rufen kam sie zu mir zurück um direkt wieder kehrt zu machen und wieder bellend auf den armen Menschen los zu gehen. Dieser drohte mir sofort mit der Polizei usw, was ich natürlich auch irgendwie nachvollziehen konnte. Ich hätte auch nicht gerne in seiner Haut stecken wollen, während ein 20 Kilo schwerer aggressiver Hund laut bellend auf mich zugerannt kommt.

Ich beschloss, Zoe wieder für die nächste Zeit an der Leine zu lassen und ihr Verhalten genau zu beobachten. Einen Tag später, während unserer Gassirunde am Morgen fing sie allerdings wieder an rumzupöbeln und mittlerweile weiß ich mir auch keinen Rat mehr. Hat sie nun Angst im Dunkeln, spielt sie sich als Rudelführer auf und will uns beschützen (wobei bei uns die Rangordnung ziemlich eindeutig ist) oder woran liegt ihr aggressives Verhalten? Zumal sie sich mitunter bei ihren Artgenossen auch mal lieb und nett und dann wieder aggressiv zeigt.

Aggressiver Hund

Mögliche Ursachen für aggressives Verhalten

Hat man ein Problem mit seinem Hund welches man nicht selber lösen kann, sucht man als erstes nach Tipps und Hilfe im Internet. Folgende mögliche Ursachen oder Situationen für aggressives Verhalten bei Hunden habe ich gefunden:

Pubertät

Eine mögliche Ursache für Aggressionen bei Hunden ist die Pubertät. Diese beginnt etwa mit dem 7. Lebensmonat und kann bis zum 2. Lebenjahr andauern. Durch das Einsetzen der Hormone entwickeln manche Rüden in dieser Zeit ein dominantes Verhalten, wollen ihre Grenzen austesten und reagieren mitunter aggressiv gegenüber anderen Hunden und sogar dem eigenen Halter. Bei Hündinnen kann es während der ersten Läufigkeit vorkommen, dass diese ein ausgeprägtes Territorialverhalten zeigen. Sie verteidigen sozusagen ihr Revier. Ob dies auch in späteren Läufigkeitsphasen passieren kann, wurde nicht beschrieben.

Zoe wird bald 4 Jahre alt, von daher würde ich diesen Punkt ausschließen wobei die Theorie der Läufigkeit durchaus Sinn ergeben könnte, da Zoe kurz vor ihrer nächsten Läufigkeit steht. (Die letzte Läufigkeit war Anfang Oktober 2019)

Fehlerhafte Erziehung / Sozialisierung

Je nachdem, was ein Hund vielleicht in seinen ersten Lebensmonaten erlebt hat, ist er vielleicht von seinem früheren Besitzer misshandelt worden, kann er gegenüber Menschen oder Artgenossen aggressiv reagieren. Auch kann die Früherziehung der Hunde durch Artgenossen oder einen Menschen gestört worden sein oder ist ganz ausgeblieben. Einige Hunde reagieren auf andere Hunde aggressiv, weil diese in jungen Jahren kaum oder keinen Kontakt zu anderen Vierbeinern hatten, also weder Hundeschule noch sonst irgendeine Form des Kontakts unter Artgenossen. 

Der Halter kann auch durch Unwissenheit schuld am Verhalten seines Vierbeiner sein. Ungeeignete Trainingsmethoden, mangelnde Unterordnung (der Hund sieht sich als Rudelführer), aus Hundeperspektive verwirrendes Feedback des Halters können für Konfliktpotenzial zwischen Mensch und Hund sorgen.

Auch diesen Punkt kann ich bei Zoe ausschließen. Sie kam mit 4-5 Monaten zu mir und dürfte in der Zeit (mal abgesehen davon, dass sie in einem Karton am Straßenrand ausgesetzt wurde) kaum je Schlechtes erlebt haben. Ja, diese Situation war vielleicht auch schlimm, dürfte aber so früh passiert sein, dass sie sich nicht mehr wirklich daran erinnern kann. Auch haben wir sehr früh regelmäßig die Hundeschule besucht und so den sozialen Kontakt zu anderen Hunden gefördert. Zoe ist auch so eine Persönlichkeit, die mit jedem Hund gut klar kommt und jeden zum Spielen animiert.

Angsstörungen

Das ist ein Punkt, den ich weder ausschließen noch zu 100% bestätigen kann. Bei manchen Hunden ist es so, dass wenn sie sich, z.B. wenn sie Angst haben oder sich in einer (womöglich nur vermeintlich) bedrohlichen Situation befinden, verteidigen wollen. Ist ja bei uns Menschen nicht anders. Aber woher weiß ich, dass mein Hund Angst hat? Typische Anzeichen hierfür sind:

  • komische oder zusammenhanglose Verhaltensweisen
  • erhöhte Wachsamkeit
  • ein hin- und hergehen und andere sich wiederholende Verhaltensweisen
  • hecheln und zittern
  • unangemessenes Pinkeln, z.B. in die Wohnung
  • Lippenlecken, Gähnen, angelegte Ohren und erweiterte Pupillen
  • Fluchtversuche oder zerstörerisches Verhalten
  • die Körperhaltung des Hundes

Ja, ich denke Zoe hat Nachts ein wenig Angst draußen bzw. sie fühlt sich nicht so wohl wie tagsüber. Komisch ist nur, dass ihr aggressives Verhalten wie beschrieben nicht jeden Abend auftritt. Mal hat sie also Angst und mal nicht? Es ist kein Muster zu erkennen, so sehr ich auch darauf achte.

Da das Thema Angst schon fast einen eigenen Blogartikel umfasst, habe ich hier einen Artikel für Euch raus gesucht, der sich ganz ausführlich der Angst bei Hunden widmet.

Ängstlicher Hund

Jagdtrieb

Manche Hunde mit einem ausgeprägten Jagdtrieb interpretieren schnelle Bewegungen so, dass der Jagdreflex ausgelöst wird. Dann kann es dazu kommen, dass Jogger oder Radfahrer als „Beute“ angesehen wird. Sobald dieser auslösende Reiz vorliegt, wird eine Verfolgung gestartet. Dies geschieht meistens plötzlich und ohne vorherige Ankündigung. Hier sind einige Hunderassen natürlich betroffener als andere.

Da Zoe wirklich ohne Vorwarnung los läuft, oder zumindest sehe ich keine vorherigen Anzeichen, erscheint mir dieser Punkt logisch. Nur glaube ich nicht, dass ein jagender Hund so lautstark seiner Beute hinterher rennt, wie Zoe das aktuell bei Menschen macht. Ein jagender Hund würde doch nicht durch dieses laute Gebell seine Beute in die Flucht schlagen… Passt also auch nicht so wirklich.

Körperliche Erkrankung

Diese Erklärung für aggressives Verhalten wäre für mich eigentlich das Schlimmste was passieren könnte! Nämlich dann, wenn eine körperliche Erkrankung z.B. eine krankhafte Veränderungen im Gehirn dieses Verhalten auslössen würde. In sehr seltenen Fällen lösen Infektionskrankheiten wie Tollwut die Symptome aus. Das wäre wirklich der Worst-Case! Aber auch hier würde ich vermuten, dass das negative Verhalten dauerhaft wäre und nicht phasenweise einsetzt.

Zoes Aggressionen

Abschließend fasse ich nochmal die Anzeichen aggressiven Verhaltens bei Zoe zusammen:

  • überwiegend aggressiv bei Nacht
  • meistens oder fast immer richtet sich ihre Aggression gegen Männer
  • eigentlich passiert das nur, wenn sie ohne Leine läuft
  • während der Aggression ist sie kaum noch abrufbar
  • sie rennt bellend zu ihrem „Opfer“ und stoppt kurz vor ihm ab
  • einen Tag spielt sie liebevoll mit anderen Hunden, den nächsten Tag attackiert sie Hunde (wenn diese angeleint sind, wobei es hier egal ist ob Zoe ebenfalls angeleint ist oder nicht)

Wenn ich mir die oben genannten Ursachen für aggressives Verhalten nochmal durchlese, können einige Aussagen auf Zoe zutreffen, andere wiederum nicht. Es ist wirklich schwierig heraus zu finden warum sie so reagiert wie sie aktuell reagiert. Momentan ist meine Theorie wirklich die, dass sie kurz vor der nächsten Läufigkeit steht und jeder der in ihr Revier eindringt der dort nicht hingehört, verjagt werden muss. Eins ist aber sicher, wenn Zoe so weiter macht, müssen wir uns wirklich Hilfe von außen suchen!

Und nein, die Möglichkeit ihr irgendwelche Medikamente oder Bachblüten zu geben um das Verhalten zu mindern, kommt für uns nicht infrage. Nicht weil ich zum Beispiel Bachblüten nicht mag oder deren Wirkung bezweifle, sondern weil ich den Grund für Zoes Verhalten wissen möchte und solche Nachrungsergänzungsmittel die Symptome lindern, aber mir nicht das eigentliche Problem aufzeigen.

Hast du vielleicht auch solche Erfahrungen mit deinem Hund gemacht? Kannst du dir vorstellen welche Ursache Zoes Verhalten hat und kannst uns ein paar Tipps geben weil du vielleicht in genau der gleichen Situation gesteckt hast? Über deine Erfahrungen würde ich mich sehr freuen. Schreib einfach in die Kommentare! Vielen Dank! 🙂
Sandra & Zoe
Sandra
Runners-Dog

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Letzte Aktualisierung am 2.06.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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