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miDoggy Parade „Hund allein daheim – wie klappt’s?“

midoggy blogparade

Die miDoggy Parade geht in die Mai 2017 Runde. Sie ist eine Reihe von Blogparaden zu den verschiedensten Themen rund um den Hund. Jeden Monat ruft die miDoggy Community ein neues Thema aus, zu welchem dann fleißig in Tasten gehauen werden darf. Diesen Monat lautet das Thema: „Hund allein daheim – wie klappt’s?“. Gibt es dafür ein effektives Hundetraining?

Hund allein daheim – wie klappt’s?

Wie? Hunde können alleine zuhause bleiben? Sowas gibt es wirklich? Vielleicht sollte das mal jemand Zoe sagen, denn die meint, Hunde müssen immer und überall dabei sein! Und das seitdem sie als Welpe zu mir kam. Die Frage kann ich also gut mit einem „es klappt überhaupt nicht!“ beantworten. Ich denke, ich bin da aber auch selber schuld dran. Anscheinend habe ich das Training mit Zoe ein wenig vernachlässigt. Normalerweise sagt man, man sollte das alleine sein bereits bei Welpen trainieren. Zoe war damals vier Monate alt als sie zu mir kam und irgendwie haben wir da viele andere wichtige Dinge der Hundeerziehung trainiert, nur leider nicht wirklich das alleine sein.

Zoe zieht ein

Als Zoe im September letzten Jahres zu mir kam, war ihr Verhalten sehr scheu und ängstlich. Zum Glück nicht mir oder anderen Menschen gegenüber, sondern grundsätzlich nur draußen und bei lauten Geräuschen. Keine Ahnung ob das noch etwas damit zu tun hatte, dass sie als Welpe in einem Karton am Straßenrand gefunden wurde. Wahrscheinlich habe ich sie in der Zeit auch einfach viel zu sehr „bemuttert“ und die Erziehung in dem Bereich schleifen lassen. Sie folgte mir überall hin, sogar wenn ich einfach nur mal kurz den Raum verlassen habe. Die Tatsache das ich Zoe auch von Anfang an mit zur Arbeit genommen habe, führte ebenfalls dazu, dass wir 24 Stunden am Tag zusammen waren. Wie sollte man da am besten das alleine sein trainieren?!

Die ersten Versuche

Die wenigen Versuche die wir unternommen haben, endeten kläglich. Ich habe dann meistens mein Handy auf Sprachaufnahme gestellt oder ein Video gemacht und die Wohnung verlassen. Nachdem ich wieder da war (die Zeiten waren sehr unterschiedlich), habe ich mir die Aufnahmen angehört/angesehen. Darauf war dann immer ein richtig lautes Fiepen und Bellen zu hören. Es klang als hätten sie alle verlassen und sie müsse nun alleine sterben. Ok, ein wenig übertrieben, aber so hat es sich wirklich angehört. 😉

In der Hundeschule, beim Hundetraining und auch im Internet habe ich dann nach Infos über Hundeerziehung gesucht und wie sich Hunde am besten an das alleine sein gewöhnen können. Sehr oft habe ich gelesen, dass man die Hunde vorher draußen auslasten soll (nicht nur körperlich sondern auch geistig!), so dass sie müde sind wenn man zurück in der Wohnung ist. Abwarten bis die Hunde eingeschlafen sind und dann die Wohnung verlassen. Leider hat das überhaupt nicht gut geklappt! Zoe konnte noch so müde sein und schon fast im stehen einschlafen, bin ich allerdings aufgestanden, folgte sie mir wieder sofort. Das hat also keinen Erfolg gebracht.

Der nächste Tipp bestand darin, fürs Training die Wohnung immer wieder für ein paar Minuten zu verlassen und wieder zu kommen ohne den Hund großartig zu beachten. Dabei soll die Dauer nicht stetig erweitert werden, sondern die Abwesenheitszeit variiert werden. Mal 5 Minuten, mal 3 Minuten, dann auch mal 6 Minuten und vielleicht wieder 2 Minuten damit der Hund lernen kann, dass man immer wieder zurück kommt. Klingt in der Theorie ganz gut. Aber mal ernsthaft, wer hat denn nachdem er um 6 Uhr aufgestanden ist, knapp 10 Stunden gearbeitet hat und auch noch in der Zeit auf den Hund geachtet hat, am Abend die Lust 5-10x für kurze Zeit die Wohnung zu verlassen fürs Training?! Ich bestimmt nicht! Zoe und ich sind dann meistens sofort total K.O. auf der Couch eingeschlafen (nachzulesen hier).

Auch Ablenkung in Form von Spielzeug oder Kauartikeln die eine Weile brauchen bis sie vollständig verzehrt wurden, halfen nur bedingt. Das zögerte das Jaulen und Bellen einfach nur ein wenig hinaus. Es endete wie immer in herzzerreissenden Winseln.

Ist es nun zu spät?

Mittlerweile habe ich mich schon fast an den Umstand gewöhnt, dass Zoe nicht alleine zuhause bleiben kann. Natürlich schränkt mich das auch ganz extrem ein, denn wo immer ich alleine hin möchte, immer muss ein Hundesitter organisiert werden. Spontane Verabredungen ohne Hund sind da kaum noch möglich und Orte an denen Hunde nicht erlaubt sind werden halt gemieden. Das grenzt die eigene Lebensqualität schon richtig ein, wobei ich Zoe, wenn ich die Wahl hätte, für mehr Freizeit nicht hergeben würde!

Sie ist jetzt ein Jahr alt und ab und an frage ich mich schon, ob es jetzt überhaupt noch möglich ist, Zoe an das alleine zuhause bleiben gewöhnen zu können. Andere Hunde schaffen das doch auch. Bis jetzt hat auch alles irgendwie funktioniert. Entweder hatte ich einen Hundesitter oder ich bin zuhause geblieben. Aber es kann ja immer mal irgendwas dringendes sein, wo der Hund nicht mit kann und man auf die schnelle auch niemanden findet der auf sie aufpasst. Dies könnte noch zu echten Problemen führen.

Hundetraining – was habe ich für Möglichkeiten?

Um mich noch einmal selber daran zu erinnern welche Möglichkeiten ich in der Hundeerziehung habe meinen Hund das alleine sein auch jetzt noch beizubringen, liste ich nachfolgend Übungen auf, die ich im Internet gefunden habe. Vielleicht hast ja auch du das gleiche Problem mit deinem Hund. Und laut Internet ist es für einen erwachsenen Hund auch noch möglich dies zu erlernen. Der Mensch muss nur geduldig sein. Sollte dein Hund kein Problem mit dem alleine bleiben haben, so kannst du jetzt aufhören zu lesen. 😉

Tipp Nr. 1

Am einfachsten geht das Hundetraining bei Welpen. Diese lässt man sich austoben (körperlich und geistig). Wenn sie erschöpft und schläfrig sind mit einem Spielzeug ins Körbchen legen und einfach ohne ein Wort zu sagen das Zimmer oder die Wohnung verlassen. Nach kurzer Zeit wieder herein kommen ohne große Begrüßung und der Welpe hat im besten Fall gar nicht wirklich realisiert das man weg war. Diese Übung immer wieder wiederholen.

Tipp Nr. 2

Man muss das zurück kommen mit einer freudigen Nachricht für den Welpen verbinden. Dies kann ein tolles Leckeri oder ausgiebiges Spielen sein. Damit verknüpft der Hund dann das weggehen mit einer guten Erwartung und wird verstehen, dass das alleine bleiben nichts schlimmes ist.

Tipp Nr. 3

Sollte der Hund zu Beginn dieser Übungen jammern und jaulen, bloß nicht zurück kommen während er dies tut. Er wird sein Verhalten zukünftig damit verknüpfen und lernen, dass wann immer er jault, sein Mensch zurück ins Zimmer kommt. Hunde sind ja nicht blöd. 😉 Richtig wäre es zu warten, bis der Hund sich beruhigt hat und erst zurück gehen, wenn er leise ist.

Tipp Nr. 4

Bei Hunden mit extremer Trennungsangst dauert das Training oft wesentlich länger. Diese brauchen auch sehr viele Wiederholungen der einzelnen Übungen, damit sich das Langzeitgedächtnis für das Gefühl ‚Alleinsein ist kein Drama‘ am schnellsten herausbildet und sehr kurze Wiederholungen, weil man den Hund im Training nicht überfordern soll.

Tipp Nr. 5

Bei vielen hat sich auch das Hundtraining mit einer Box bewährt (mit oder ohne Leine), welche der Hund am besten seit dem Welpenalter kennt. Diese Box bietet dem Hund Sicherheit und Geborgenheit. Viele Hunde haben in ihrer Box keine Probleme alleine zu sein.

Es gibt auch Medikamente, welche man bei Hunden gegen den Stress der während des alleine seins für den Hund entsteht, einsetzt. Hiervon halte ich allerdings nicht wirklich viel. Zu Bachblüten würde ich da schon eher greifen, zumal ich damit bei Zoe auch schon gute Erfahrungen gemacht habe. Ich werde das Thema auch mal wieder in unserer Hundeschule ansprechen. Man lernt ja nie aus in der Hundeerziehung. 😉

Hast du vielleicht noch die eine oder andere super tolle Idee wie ich es schaffe, dass Zoe alleine zuhause bleibt und damit auch gut klarkommt? Über einen Kommentar unter diesem Beitrag würde ich mich sehr freuen! 🙂

 

Youtube Video zum Thema

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"Hund allein daheim - wie klappt's?" - Hundetraining & Tipps
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"Hund allein daheim - wie klappt's?" - Hundetraining & Tipps
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Kann Dein Hund alleine zuhause bleiben? Ein Erfahrungsbericht und Tipps wie man es schafft, dass der Hund alleine bleibt. Hundetraining ✓
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37jährige Sportbegeisterte Wahl-Münchnerin (ehemals Ruhrpott). Vorlieben für Jogging, Crossfit, Wandern, Skaten, Trails fahren und Joggen. Am besten alles mit meiner Begleiterin Zoe, einer im Mai 2016 geborenen Mischlingshündin!

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1 Antwort
  1. Lisa
    Lisa says:

    Sehr ehrlich, echt toll 🙂
    Wir hatten damals auch ein arges Problem das Emma nicht wirklich allein sein konnte. Wie auch bei dir lief mir Emma ständig hinterher. Dafür gibt es auch ein Training : lauf durch deine Wohnung auf und ab schließe die Türe auch mal und geh wieder raus. Beachte deinen Hund null steht er dir im weg dann laufe auf deutsch gesagt durch ihn hindurch. Wir hatten schnell Trainingserfolge das Emma das zuviel sein und zu anstrengend und sie sich auf ihren Platz gelegt hat.
    Vielleicht magst du das ja mal testen. 🙂

    LG Lisa

    Antworten

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