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Hundesport – Alle wichtigen Infos auf einen Blick

hundesport - hund mit ball

Hundesport ist mittlerweile in aller Munde. Möchte man sich sportlich mit seinem Hund betätigen, stehen einem eine Vielzahl von Hundesportarten zur Verfügung. In erster Linie ist aber der Spaß und die Bindung zwischen Besitzer und Hund das wichtigste beim Hundesport. Auch sollte der anvisierte Sport zu dir und deinem Hund passen! Worauf man noch achten sollte und welche Hundesportarten es überhaupt gibt, erfährst du in unserer ausführlichen Übersicht.

Warum du einen Hundesport ausüben solltest

Hast du dir jemals die Frage gestellt ob dein Hund wirklich ausgelastet ist? Gibst du ihm genug Beschäftigung? Ist die Bindung zu deinem Hund stark und ausgeprägt? Oder suchst du eine neue Herausforderung für dich und deinen Vierbeiner? Hundesport kann das Mensch Hund Team stärken und euch enger zusammenschweißen. Auch eröffnet Hundesport ein komplett neues Tätigkeitsfeld für deinen Hund. Er bekommt eine neue Aufgabe und kann sich körperlich und geistig betätigen.

Viele denken, wenn sie mit ihrem Hund eine Stunde Fahrradfahren und ihn so körperlich auslasten, dass der Hund dann erschöpft und glücklich in sein Hundekörbchen fällt. Natürlich ist sowas anstrengend, aber lediglich 15 Minuten intensive Nasenarbeit können deinen Hund mehr fördern und auslasten, als das es „rennen ohne Sinn und Verstand“ tun könnten. Im schlimmsten Fall ist dein Hund nach so einer Fahrradtour noch viel aufgekratzter und will mehr. Hundesport kann Hunden eine Aufgabe geben und sie im Kopf auspowern. Richtig angewendet stärkt es ebenfalls eure Bindung. Und die Bewegung tut dem Hundehalter ebenfalls gut. Beachte aber bitte, Hundesport ist kein Ersatz für die Hundeerziehung. Vielmehr ist eine solide Hundeerziehung Voraussetzungen für viele, wenn nicht alle Hundesportarten.
Kind macht Canicross

Voraussetzung für den Hundesport

Wie bereits erwähnt ist eine vorhandene Hundeerziehung Voraussetzung für die meisten Hundesportarten. Das bedeutet nicht, dass du eine komplette Hundeausbildung durchlaufen haben musst, aber dein Hund sollte die Grundkenntnisse kennen, auf dich hören und auch ohne Leine abrufbar sein. Dies ist sehr wichtig, denn z.B. bei Zoe ist es so, dass sie an der Leine hört wie ein Engel und ohne Leine auch mal was weite sucht und mich ignoriert.

Alle weiteren Grundlagen der von dir ausgewählten Hundesportart bekommst du durch Training beigebracht. Hier sollte man sich keine großen Sorgen machen, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und für dein neues Hundetraining gibt es viele Vereine. Spaß, ein Leckerchen in der Tasche und etwas Ehrgeiz beim Training miteinander, das ist das wichtigste! 🙂

Die Gesundheit deines Hundes ist ebenfalls sehr wichtig. Du solltest im besten Fall von einem Tierarzt oder Physiotherapeuten abklären lassen, ob dein Hund für das ausgewählte Training überhaupt geeignet ist. Wir haben während unseres letzten Urlaubs Zoe einer Physiotherapeutin vorgestellt. Diese hat dabei festgestellt, dass Zoe durch die Stellung ihrer Hinterbeine (sie hat sogenannte O-Beine) für sportliche Aktivitäten bei denen Springen eine wichtige Rolle spielt, nicht geeignet ist. Sie hat das Potenzial weite und lange Strecken zu rennen, springen sollte sie dabei allerdings nicht. So fällt für uns z.B. Agility als Beschäftigung komplett weg.

Die Stellung der Beine, die Atmung, das komplette Herz-Kreislauf-System spielen eine wichtige Rolle bei der Auswahl der der Hundesportart. Auch sollte dein Vierbeiner bereits ausgewachsen sein, damit z.B. beim Agility die Knochen nicht beschädigt werden. Während des Wachstums schieben sich die Knochen noch an die richtigen Stellen. Zu viel und zu heftiger Sport kann im schlimmsten Fall zu Fehlstellungen führen, da die Knochen noch weich sind.

Hunderassen die sich besonders gut für Hundesport eignen

Natürlich gibt es in der Hundewelt den ein oder anderen Hund, der „besser“ dafür geeignet ist eine Hundesportart zu betreiben. Das können körperliche oder auch mentale Fähigkeiten sein. Hier mal ein kurzer Überblick über diese Hunderassen mit ihren Fähigkeiten:

Sollte dein Vierbeiner hier in dieser Liste nicht aufgeführt sein, mach dir nichts draus. Er kann trotzdem etwas neues lernen, die Bewegung wird ihm gut tun und eure Bindung wird durch den Sport gestärkt. Die Leistung steht nicht im Vordergrund sondern der Spaß und das Miteinander!

hunde im Schnee

Hundesport Zubehör und Bekleidung

Oft wird gefragt ob man eine spezielle Ausrüstung zum Start benötigt. Meistens ist dies nicht der Fall oder wird dir bei eurem ersten Besuch bei einem Verein erklärt. Natürlich kann es später sinnvoll sein sich ein bestimmtes Equipment für das Training zuzulegen. Bei Agility z.B. kann man die Hürden und Tunnel zum einen selbst bauen oder relativ günstig kaufen. Wohingegen man beim Mantrailing eigentlich gar nichts an Ausrüstung oder Bekleidung benötigt.

Sollten spezielle Utensilien ein wichtiger Bestandteil der gewählten Sportart sein, so geben wir natürlich dazu Tipps in unseren weiterführenden Artikeln.

Teilnahme an einem Wettbewerb

Die Teilnahme an Wettbewerben sollte nicht oberste Priorität dich haben. Erst einmal steht die Ausbildung an erster Stelle. Habt ihr genügend Erfahrungen gesammelt und fühl euch bereit für den nächsten Schritt, gibt es in der Hundesportart auch Wettbewerbe, die z.B. von Verbänden und Vereinen angeboten werden. Ein Wettbewerb kann natürlich eine schöne Bestätigung für eure Leistungen sein.

Einer der großen Verbände, der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) veranstaltet regelmäßig Wettbewerbe, meistens auf den hauseigenen Messen. Termine können auf der VDH Seite eingesehen werden. Ebenfalls interessant ist der sogenannte VDH-Hundeführerschein. Dieser ist zwar nicht unbedingt Pflicht für die Teilnahme an Wettbewerben, aber er gibt dir die Sicherheit, dass du alles nötige Wissen rund um den Hund besitzt. Ein weiterer wichtiger Punkt für die Teilnahme an Hundesport-Wettbewerben ist, dass die Hunde haftpflichtversichert und gegen Tollwut geimpft sind. Diese Impfung sollte nachweislich mindestens drei Wochen vor der Veranstaltung durchgeführt worden sein.
Hund zieht Fahrrad

Diese Hundesportarten gibt es

Abschließend erhältst du einen kurzen Überblick und Einführung in die unterschiedlichen Hundesportarten. Zu einigen haben wir bereits ausführliche Artikel verfasst. Diese verlinken wir dir natürlich! Damit dieser Artikel übersichtlich bleibt, konzentrieren wir uns bei dieser Liste erster Linie auf die gängigsten bzw. bekanntesten Hundesportarten.

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Agility

Agility (engl. "Behändigkeit" oder "Gewandtheit") ist ein sehr populärer Hundesport in Westeuropa, für den prinzipiell jede Hunderasse geeignet ist. Voraussetzung ist eine harmonische Zusammenarbeit von Vierbeiner und Hundehalter, die nur funktioniert, wenn die Teilnehmer alle elementaren Grundkenntnisse von Erziehung und Gehorsam besitzen. Der Hund muss in einem Parcours verschiedene Hindernisse überwinden wie z.B. Hürden, Laufstege und Wippen, eine Slalomstrecke und feste Tunnel sowie Stofftunnel, Reifen oder Weitsprunghindernisse. Toll für die sportliche Fitness von Hund und Mensch. Siehe auch unseren weiterführenden Artikel: Agility Hundesport - So meisterst du den Parcours

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Begleithundesport

Der Begleithundesport ist nicht nur bei der Ausbildung von Therapie- und Gebrauchshunden sinnvoll. Dieser Sport sollte möglichst früh erlernt werden, am besten bereits im Welpenalter. Bei diesem Hundesport lernen Hundeführer und Vierbeiner die richtigen Verhaltensweisen für ein reibungsloses Zusammenleben, wobei hier die Schwerpunkte während der Ausbildung auf Verkehrssicherheit, Sozialverträglichkeit, Unbefangenheit und Gehorsam liegen. Voraussetzungen für die Begleithundeprüfung beim VDH (Sportverband) sind der Nachweis der Sachkundeprüfung (auf neudeutsch der Hundeführerschein) und ein Mindestalter des Hundes von 15 Monaten.

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Bikejöring

Bikejöring ist eine Form des Zughundesports, bei dem der Vierbeiner mittels einer Leine mit integriertem Ruckdämpfer an einem Fahrrad befestigt ist und dieses zieht (im Gegensatz zum Canicross - welches ohne Fahrrad ausgeführt wird). Das besondere dabei ist, der Hund darf und soll das Fahrrad ziehen. Prinzipiell ist Bikejöring für so gut wie jeden Hund geeignet und jeder gesunde, ausgewachsene Vierbeiner kann seinen Menschen auf dem Fahrrad ziehen. Bei kleineren Hunden muss oder sollte man allerdings noch recht viel selbst in die Pedale treten.

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Canicross

Canicross (Canus, latein = Hund) wurde von Tiermedizin-Studenten 1988 in Frankreich entwickelt. Canicross ist ein Querfeldeinlauf (Cross-Country), bei dem der Hundehalter mit einem Hund durch ein spezielles Geschirr und eine flexible Zugleine verbunden ist. Der Vierbeiner läuft voraus und unterstützt und beschleunigt den Menschen dabei sowohl im flachen Gelände als auch bergauf. Der Mensch hat zu folgen. Anders als beim Joggen, wird beim Canicross in einem sehr viel schnelleren Tempo gelaufen (Ø Geschwindigkeit ca. 16 km/h). Dies freut den Hund, da er sich hier so richtig auspowern kann. Siehe auch unseren weiterführenden Artikel: Canicross Hundesport - Einfache Anleitung und Tipps

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Degility

Degility ist eine Kombination aus Agility (fehlerfreies absolvieren eines Parcours in einer bestimmten Zeit) und Mobility (korrekte Ausführung der einzelnen Disziplinen), jedoch mit einem anderen Ziel. Beim Degility können sich Mensch und Tier Zeit lassen. Der Vierbeiner soll die Hindernisse in seiner Zeit, seinem Tempo und auf ihn angepasst erkunden und bewältigen. Das besondere an Degility ist, hier können auch ältere und Hunde mit Handicap teilnehmen. Der Spaß steht im Vordergrund und man muss keine Sportskanone sein um an den Wettkämpfen teilzunehmen. Auch einen festen Parcours wie bei Agility sucht man beim Degility vergebens. Vielmehr ist der Hindernisparcours ohne festes Schema, dafür mit vielen Abenteuergeräten und Beschäftigungselementen bestückt.

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Dog Dance

Dog Dance oder auch der Tanz mit dem Vierbeiner ist meist eine Choreographie bzw. Gehorsamsübungen, die der Hundeführer zusammen mit seinem Hund zu einer passenden Musik ausübt. Ziel ist die feine und präzise Zusammenarbeit von Mensch und Hund. Geeignet ist für das Dog Dancing jeder gesunde Hund. Es gibt hierbei so viele unterschiedliche Aufgaben und Tanzfiguren, dass Größe, Alter oder Schnelligkeit des Hundes nicht von Bedeutung sind.

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Dogfrisbee

Dogfrisbee oder auch Discdogging genannt, hat sich aus dem einfachen Frisbeespiel zwischen Mensch und Hund entwickelt und sogar zum Wettkampfsportart weiterentwickelt. In der einfachsten Variante wirft der Mensch ein Frisbee und der Vierbeiner bringt es zurück. Darüber hinaus gibt es weitere Varianten dieses Hundesports bei einem Wettkampf wie Freestyle, Mini Distance und Long Distance. Je nach Können des Hundes und des Besitzers, kann man beim Dogfrisbee verschiedene Würfe und Körpertricks erlernen.

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Mantrailing

Mantrailing ist Sport und Spaß für Hunde und Halter, wobei der ausgezeichnete Geruchssinn der Vierbeiner hier eine große Rolle spielt. Beim Mantrailing folgt der Hund einer Fährte (einer Person), z.B. der abgestorbenen Hautpartikel eines Menschen, die er beim Laufen verliert. Da jeder gesunde Hund mit einem fantastischen Geruchssinn ausgestattet ist, ist Mantrailing für jede Rasse und jedes Hundealter geeignet. Die benötigte Ausrüstung ist relativ simpel, ein Geschirr, eine Schleppleine und ein neutrales Plastiktütchen für die Duftprobe der Fährte der zu suchenden Person reichen völlig aus. Siehe auch unseren weiterführenden Artikel: Mantrailing Hundesport - Die Basics für ein erfolgreiches Training

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Mondioring

Mondioring setzt sich aus den Wörtern "Mondio" und "Ring" zusammen und deutet darauf hin, dass dieser Hundesport in einem geschlossenen Terrain stattfindet. Dieser Hundesport besteht grundsätzlich aus drei Disziplinen. Dazu gehören Unterordnung, Sprünge und Schutzdienst. Jede Disziplin umfasst mehrere Aufgaben, die absolviert werden müssen. Zur Disziplin "Unterordnung" gehören z.B. Übungen wie das Folgen bei Fuß, die Abwesenheit des Hundeführers, das Voraussenden und das Apportieren eines Gegenstandes.

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Obedience

Obedience (engl. "Gehorsam") ist ein Hundesport, bei dem der Vierbeiner verschiedene Übungen mit seinem Menschen ausführen muss. Teamarbeit steht hier im Vordergrund. In verschiedenen Situationen wie z.B. der Beherrschung der Basishörzeichen und auch das Apportieren von unterschiedlichen Materialien, wird kontrolliertes Verhalten abverlangt. Dabei spielen der Arbeitswille, Arbeitsgeschwindigkeit und die Präzision in der Ausführung der Übungen eine wichtige Rolle. Die größte Herausforderung in diesem Sport ist die Distanzarbeit, wo der Hund auch im Abstand zum Menschen bereitwillig gehorchen soll. Eine gute Ausbildung in einer Hundeschule ist von Vorteil.

Weitere Hundesportarten im Überblick

Betreibst du einen Hundesport? Bist du der Meinung hier fehlt noch ein wichtiger Punkt? Lass es uns in den Kommentaren wissen... 🙂
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Sandra Tilgner
Runners-Dog

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