Hundesportarten für Mensch und Vierbeiner im Überblick

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Autor: Sandra Tilgner
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Es kann schwierig sein zu wissen, was wir mit unseren Hunden machen sollen, wenn sie sich langweilen. Hundeparks und Spaziergänge sind großartig, um Kontakte zu knüpfen und Spaß zu haben, aber was passiert, wenn dein Hund davon gelangweilt ist? Was können Sie sonst noch versuchen? Was ist ein guter Weg, um deinen Hund aktiv zu halten und Spaß zu haben? Die Wahrheit ist, dass es viele Hundesportarten und -aktivitäten gibt.

Dieser Artikel gibt dir einen Überblick über die verschiedenen Hundesportarten, die es gibt. Die bekanntesten Hundesportarten werden erklärt und sofern aktuell vorhanden in einem weiterführenden Artikel detaillierter erklärt.

Die Top 11 der beliebtesten Hundesportarten im Überblick

Es gibt viele verschiedene Arten von Hundesport, die du und dein Hund ausüben kannst. Diese Sportarten können für jede Hundegröße und -rasse geeignet sein. Einige dieser Sportarten sind beliebter als andere. Aber egal für welche Sportart du dich entscheidest, das wichtigste ist, dass du eine tolle Zeit mit deinem Hund haben wirst. Der Spaß steht hier im Vordergrund.

Agility ist die bekannteste Sportart. Dabei handelt es sich um einen Hundesport, bei dem Ihr Hund einen Parcours mit Sprüngen und Hindernissen durchlaufen muss. Dieser Sport ist großartig, weil er Ihrem Hund hilft, körperlich und geistig fit zu werden. Sie können auch Rally Obedience ausprobieren. Bei dieser Sportart muss dein Hund mit dir zusammenarbeiten und deine Kommandos befolgen. Dieser Sport ist auch deshalb so gut, weil er dem Hund hilft, sich zu konzentrieren und ein besserer Zuhörer zu werden.

Nachfolgend die bekanntesten Hundesportarten im Überblick:

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Agility

Agility (engl. „Behändigkeit“ oder „Gewandtheit“) ist ein sehr populärer Hundesport in Westeuropa, für den prinzipiell jede Hunderasse geeignet ist. Voraussetzung ist eine harmonische Zusammenarbeit von Vierbeiner und Hundehalter, die nur funktioniert, wenn die Teilnehmer alle elementaren Grundkenntnisse von Erziehung und Gehorsam besitzen. Der Hund muss in einem Parcours verschiedene Hindernisse per Slalom überwinden wie z.B. Hürden, Laufstege und Wippen, eine Slalomstrecke und feste Tunnel sowie Stofftunnel, Reifen oder Weitsprunghindernisse. Der Hund wird bei dieser Hundesportart nicht nur körperlich, sondern auch mental gefordert. Toll für die sportliche Fitness von Hund und Mensch.

Für wen ist dieser Hundesport besonders geeignet?
Agilität eignet sich besonders für Menschen, die schnell denken und handeln können, die anpassungsfähig und belastbar sind und die mit Veränderungen umgehen können sowie Hunde mit einem hohem Bewegungsdrang und guter Geschicklichkeit.

Unterschied zum Hoppers Agility
Hoopers und Agility sind zwei sehr unterschiedliche Sportarten für Hunde und ihre Besitzer. Bei Hoopers muss der Hund durch eine Reihe von Reifen springen, während er bei Agility einen Hindernisparcours bewältigen muss. Der größte Unterschied zwischen den beiden Sportarten besteht darin, dass Hoopers dem Hund viel Gelenkbeweglichkeit abverlangt, während Agility die Fähigkeit zum Springen und Klettern voraussetzt.

Siehe auch unseren weiterführenden Artikel: Agility Hundesport – So meisterst du den Parcours

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Begleithundesport

Der Begleithundesport ist nicht nur bei der Ausbildung von Therapie- und Gebrauchshunden sinnvoll. Dieser Sport sollte möglichst früh erlernt werden, am besten bereits im Welpenalter. Bei diesem Hundesport lernen Hundeführer und Vierbeiner die richtigen Verhaltensweisen für ein reibungsloses Zusammenleben, wobei hier die Schwerpunkte während der Ausbildung auf Verkehrssicherheit, Sozialverträglichkeit, Unbefangenheit und Gehorsam liegen. Voraussetzungen für die Begleithundeprüfung beim VDH (Sportverband) sind der Nachweis der Sachkundeprüfung (auf neudeutsch der Hundeführerschein) und ein Mindestalter des Hundes von 15 Monaten.

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Bikejöring

Bikejöring ist eine Form des Zughundesports, bei dem der Vierbeiner mittels einer Leine mit integriertem Ruckdämpfer an einem Fahrrad befestigt ist und dieses zieht (im Gegensatz zum Canicross – welches ohne Fahrrad ausgeführt wird). Das besondere dabei ist, der Hund darf und soll das Fahrrad ziehen. Prinzipiell wird Bikejöring für so gut wie jeden Hund empfohlen und jeder gesunde, ausgewachsene Vierbeiner kann seinen Menschen auf dem Fahrrad ziehen. Bei kleineren Hunden muss oder sollte man allerdings noch recht viel selbst in die Pedale treten.

Für wen ist Bikejöring besonders geeignet?
Bikejöring eignet sich besonders für Menschen, die eine umweltfreundliche Art der Fortbewegung suchen. Es ist auch eine großartige Option für diejenigen, die sich während ihrer Reise sportlich betätigen möchten.

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Canicross

Canicross (Canus, latein = Hund) wurde von Tiermedizin-Studenten 1988 in Frankreich entwickelt. Canicross ist ein Geländelauf (Cross-Country), bei dem der Hundehalter mit einem Hund durch ein spezielles Geschirr und eine flexible Zugleine verbunden ist. Der Vierbeiner läuft voraus und unterstützt und beschleunigt den Menschen dabei sowohl im flachen Gelände als auch bergauf. Der Mensch hat zu folgen. Anders als beim Joggen, wird beim Canicross in einem sehr viel schnelleren Tempo gelaufen (Ø Geschwindigkeit ca. 16 km/h). Dies freut den Hund, da er sich hier so richtig auspowern kann.

Für wen ist Canicross besonders geeignet?
Canicross eignet sich besonders für Menschen, die mit ihrem Hund fit werden wollen oder ihren Hund auf spielerische Weise trainieren möchten. Es ist auch für Menschen geeignet, die gerne im Freien sind und mit ihrem Hund laufen. Die körperliche Fitness ist ein wichtiger Faktor, ansonsten sind Zwei- und Vierbeiner keine Grenzen gesetzt.

Siehe auch unseren weiterführenden Artikel: Canicross Hundesport – Einfache Anleitung und Tipps

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Degility

Degility ist eine Kombination aus Agility (fehlerfreies absolvieren eines Parcours in einer bestimmten Zeit) und Mobility (korrekte Ausführung der einzelnen Disziplinen), jedoch mit einem anderen Ziel. Beim Degility können sich Mensch und Tier Zeit lassen. Der Vierbeiner soll die Hindernisse in seiner Zeit, seinem Tempo und auf ihn angepasst erkunden und bewältigen. Das besondere an Degility ist, hier können auch ältere und Hunde mit Handicap teilnehmen. Der Spaß steht im Vordergrund und man muss keine Sportskanone sein um an den Wettkämpfen teilzunehmen. Auch einen festen Parcours wie bei Agility sucht man bei diesem Hundesport vergebens. Vielmehr ist der Hindernisparcours ohne festes Schema, dafür mit vielen Abenteuergeräten und Beschäftigungselementen bestückt.

Für wen ist Degility besonders geeignet?
Degility eignet sich besonders für Menschen, die ihre Koordination und ihr Gleichgewicht verbessern wollen.

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Dog Dance

Dog Dance oder auch der Tanz mit dem Vierbeiner ist meist eine Choreographie bzw. Gehorsamsübungen, die der Hundeführer zusammen mit seinem Hund zu einer passenden Musik ausübt. Ziel ist die feine und präzise Zusammenarbeit von Mensch und Hund. Geeignet ist für das Dog Dancing jeder gesunde Hund. Es gibt hierbei so viele unterschiedliche Aufgaben und Tanzfiguren, dass Größe, Alter oder Schnelligkeit des Hundes nicht von Bedeutung sind.

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Dog Frisbee

Dogfrisbee oder auch Discdogging genannt, hat sich aus dem einfachen Frisbeespiel zwischen Mensch und Hund entwickelt und sogar zum Wettkampfsportart weiterentwickelt. In der einfachsten Variante wirft der Mensch ein Frisbee und der Vierbeiner bringt es zurück. Darüber hinaus gibt es weitere Varianten dieses Hundesports bei einem Wettkampf wie Freestyle, Mini Distance und Long Distance. Je nach Können des Hundes und des Besitzers, kann man beim Dogfrisbee verschiedene Würfe und Körpertricks erlernen.

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Flyball

Flyball ist ein toller Sport für alle Balljunkies da draußen. Hier müssen die Hunde über eine Reihe niedriger Hürden springen und dann eine federbelastete „Box“ treffen, um einen Tennisball loszulassen. Der Hund fängt dann den Ball und bringt ihn zu seinem Hundeführer zurück. Das ist eine großartige Möglichkeit, deinen Welpen zu trainieren, und es macht auch Spaß, ihm dabei zuzusehen! Voraussetzung ist, dass der Hund mindestens 18 Monate alt ist, eine Grundausbildung im Gehorsam hat und gut mit anderen Hunden zusammenarbeiten kann.

Für wen ist Flyball besonders geeignet?
Dieser Sport eignet sich besonders für Menschen, die eine aktive und unterhaltsame Zeit mit ihrem Hund verbringen möchten. Es ist auch eine gute Möglichkeit, andere Hundebesitzer zu treffen und sich und seinen Hund zu bewegen.

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Mantrailing (Fährtensuche)

Mantrailing ist Sport und Spaß für Hunde und Halter, wobei der ausgezeichnete Geruchssinn der Vierbeiner hier eine große Rolle spielt. Hier folgt der Hund einer Fährte (einer Person), z.B. der abgestorbenen Hautpartikel eines Menschen, die er beim Laufen verliert. Da jeder gesunde Hund mit einem fantastischen Geruchssinn ausgestattet ist, ist dieser Sport für jede Rasse und jedes Hundealter geeignet. Die Nasenarbeit ist ist hier ganz entscheidend.

Die Ausrüstung, die für die menschliche Geruchsspur benötigt wird, ist relativ einfach. Ein Geschirr, eine Schleppleine und ein neutraler Plastikbeutel für die Geruchsprobe der zu suchenden Person sind völlig ausreichend.

Für wen ist das Mantrailing und die Fährtensuche besonders geeignet?
Es gibt keine endgültige Antwort auf diese Frage, da sie von einer Reihe von Faktoren abhängt, unter anderem von den beteiligten Hunden und der jeweiligen Situation. Im Allgemeinen sind Mantrailing und Fährtenarbeit jedoch besonders geeignet für Hunde mit einem ausgeprägten Jagd- oder Arbeitstrieb sowie für Hunde, die intelligent und unabhängig sind und eine gute Nase haben.

Siehe auch unseren weiterführenden Artikel: Mantrailing Hundesport – Die Basics für ein erfolgreiches Training

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Mondioring

Mondioring setzt sich aus den Wörtern „Mondio“ und „Ring“ zusammen und deutet darauf hin, dass dieser Hundesport in einem geschlossenen Terrain stattfindet. Dieser Hundesport besteht grundsätzlich aus drei Disziplinen. Dazu gehören Unterordnung, Sprünge und Schutzdienst. Jede Disziplin umfasst mehrere Aufgaben, die absolviert werden müssen. Zur Disziplin „Unterordnung“ gehören z.B. Übungen wie das Folgen bei Fuß, die Abwesenheit des Hundeführers, das Voraussenden und das Apportieren eines Gegenstandes.

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Obedience

Obedience (engl. „Gehorsam“) ist ein Hundesport, bei dem der Hund verschiedene Übungen mit seinem Menschen ausführen muss. Teamarbeit steht hier im Vordergrund. In verschiedenen Situationen wie z.B. der Beherrschung der Basishörzeichen und auch das Apportieren von unterschiedlichen Materialien, wird kontrolliertes Verhalten abverlangt. Dabei spielen der Arbeitswille, Arbeitsgeschwindigkeit und die Präzision in der Ausführung der Übungen eine wichtige Rolle. Die größte Herausforderung in diesem Sport ist die Distanzarbeit, wo der Hund auch im Abstand zum Menschen bereitwillig gehorchen soll. Eine gute Ausbildung in einer Hundeschule ist von Vorteil.

Für wen ist dieser Sport besonders geeignet?
Obedience ist besonders für diejenigen geeignet, die Befehle befolgen und Teil einer Gruppe sein wollen. Es kann auch für diejenigen hilfreich sein, die Selbstbeherrschung lernen wollen.

Was ist der Unterschied zum Rally Obedience?
Beim Rally Obedience handelt es sich um einen Sport, bei dem Hund und Hundeführer einen Parcours absolvieren und dabei Richtungszeichen folgen. Der Parcours kann von beliebiger Länge und Schwierigkeit sein, und die Zeichen müssen in der richtigen Reihenfolge befolgt werden. Rally Obedience ähnelt dem traditionellen Obedience, legt aber mehr Wert auf Teamwork und Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer.

Weitere Hundesportarten im kurzen Überblick

  • Diensthunde Biathlon
  • Dog Biathlon
  • Rally Obedience
  • Rettungshundesport
  • Skijöring
  • Turnierhundesport

Welche Kriterien sind entscheidend für die Auswahl der Hundesportart?

Bei der Entscheidung, welcher Hundesport der richtige für dich und deinen vierbeinigen Freund ist, spielen einige Faktoren eine Rolle. Der erste ist, ob die Hundesportart dich interessiert und ob du glaubst, dass dein Hund auch Spaß daran haben würde. Einige Hundesportarten wie Fährtensuchen erfordern ein bestimmtes Maß an körperlichen Fähigkeiten, während andere, z. B. für Hunde mit Behinderungen, für alle offen sind. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Häufigkeit der Hundesportart – wenn du diese Hundesportart jedes Wochenende ausüben möchtest, solltest du darauf achten, dass sie oft genug angeboten wird, um deinen Zeitplan zu berücksichtigen.

Häufige Fehler beim Hundesport

Es gibt einige häufige Fehler, die bei der Teilnahme an Hundesportarten gemacht werden können. Einer davon ist, nicht die richtige Ausrüstung für den Sport zu haben. Beim Agility zum Beispiel braucht der Hund ein Vierbeingeschirr, um den Parcours sicher durchlaufen zu können. Beim Canicross braucht der Mensch einen Gurt, der am Hundegeschirr befestigt wird, damit er die Hände frei hat. Das Fehlen der richtigen Ausrüstung kann sowohl für den Menschen als auch für den Hund zu einem unsicheren Erlebnis führen.

Ein weiterer häufiger Fehler ist, dass man die Regeln des Sports nicht kennt. Obedience und Degility sind zwei Hundesportarten, bei denen bestimmte Befehle befolgt werden müssen, damit das Team erfolgreich ist. Wenn der Hundeführer mit diesen Kommandos nicht vertraut ist, kann dies zu Verwirrung und Frustration sowohl beim Hundeführer als auch beim Hund führen.

Einer der häufigsten Fehler ist schließlich, dass man keinen Spaß hat! Hundesport soll sowohl für den Menschen als auch für den Hund Spaß machen. Wenn eines der Teammitglieder keinen Spaß hat, ist es an der Zeit, eine Pause einzulegen oder eine andere Hundesportart auszuprobieren.

Hundesport bringt viele Vorteile

Hundesportarten sind eine gute Möglichkeit, eine Beziehung zu deinem Hund aufzubauen und sich gleichzeitig zu bewegen. Sie können auch eine lustige Möglichkeit sein, sich mit anderen Hundebesitzern zu messen. Hundesport kann dir helfen, deinem Hund Grenzen zu setzen und ihm beizubringen, deine Befehle zu befolgen.

Wenn du dich entscheidest, deinen Hund zu trainieren, ist es wichtig, dass du ihn verstehst. Wenn du nicht weißt, was er tut oder warum er es tut, kannst du ihn nicht richtig trainieren.

Welcher Hundesport darf es nun sein?

Es gibt viele verschiedene Hundesportarten für vierbeinige Sportler und ihre Besitzer. Die beliebtesten Hundesportarten auf einen Blick sind Agility, Obedience und Freestyle. Jeder Hundesport hat andere Anforderungen und Vorteile, daher ist es wichtig, die richtige für deinen Hund zu wählen.

Obedience ist eine weitere aktuell sehr angesagte Hundesportart, weil sie Hunden beibringt, Kommandos zu befolgen, und im Alltag sehr nützlich sein kann. Flyball ist eine rasante Hundesportart, die sich perfekt für Hunde eignet, die gerne rennen und apportieren, während Freestyle eine kreativere Variante ist, bei der die Hunde ihre einzigartigen Talente zeigen können. Ganz gleich, für welche Hundesportart du dich entscheidest, dein Hund wird auf jeden Fall Spaß haben und fit bleiben!

Fazit

Hunde gehören zur Familie. Sie bieten emotionale Unterstützung und Begleitung. Es gibt viele verschiedene Hundesportarten, die du mit deinem Hund ausüben kannst, um die gemeinsame Zeit noch angenehmer zu gestalten.

Der beste Weg, um in einen Hundesport einzusteigen, ist, einen örtlichen Verein zu finden, der die Hundesportart anbietet, an der du interessiert bist. Auf diese Weise kannst du sicher sein, dass du eine professionelle Anleitung erhältst und Gleichgesinnte triffst.

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Author dieses Artikels:
Sandra Tilgner
Ich bin Hundefitnesstrainerin in Ausbildung und beschäftige mich seit dem dem Einzug meiner Mischlingshündin Zoe (2016) aus Bulgarien mit dem Thema Sport für und mit Hunden. Gerade in Zeiten von Corona ist mir die Beschäftigung und Auslastung von Mensch und Tier ein wichtiges Anliegen, da auch Zoe unter dem Lockdown und den Konsequenzen zu leiden hatte.
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