Wie ist das eigentlich wenn man einen neuen Hund bekommt, dies auch noch der allererste ist und man eigentlich gar keinen Hund will? Genau die Frage habe ich vor kurzem meiner Freundin gestellt. Was viele vielleicht nicht wissen, wir sind ein drei Mädels Haushalt (Zoe, Ines und Sandra) und die Entscheidung Zoe aufzunehmen habe ich forciert da ich unbedingt einen Hund haben wollte. Also bat ich Ines ihre Gefühlswelt zu beschreiben und wie das ganze für sie war. Heraus gekommen ist ein Erfahrungsbericht, der mein Herz aufgehen lässt…. <3

Mein erster Hund? Nee, lieber eine Katze!

Eigentlich war ich immer ein Katzenmensch. Ich konnte an keiner Babykatze vorbeigehen ohne sie nicht wenigstens kurz zu knuddeln und auch sonst war keine Mieze vor mir sicher. Mit dem Einzug von Maddox, der Katze meiner Freundin, wurde dann schon ein Traum wahr. Leider ist sie nach gerade mal knapp zwei Jahren in München verstorben und wir wollten doch wieder zu dritt sein. Mein Argument war natürlich „Katze, was sonst“ aber Sandra wollte unbedingt einen Hund. Von Hunden hatte ich bisher keine so hohe Meinung. Als Kind hat mich mal einer in die Hand gebissen (ok, da war Leberwurst dran) und in Marokko bin ich bei einer Fotosession von einem Rudel bellender, revierverteidigender Dorfhunde umzingelt worden.

Und außerdem… diese Vorurteile: Hunde müffeln, wenn sie nass sind, hinterlassen zuhause überall Haare, schlabbern dir im Gesicht rum, sabbern alles an und dann muss man noch ständig Gassi gehen… Wozu der ganze Aufwand, wenn man eine unkomplizierte Katze haben kann, die schnurrend auf deinem Schoß schläft und sonst nicht viel Aufmerksamkeit braucht?

Der Kompromiss sollte sein, dass erst ein Hund angeschafft wird und dann noch eine Katze, damit wir beide zufrieden sind. Aber erst der Hund: Über Facebook-Gruppen von Tierschutzorganisationen (im meistens osteuropäischen Ausland) werden Hunde vorgestellt, die eine neue Familie suchen. Und da war es geschehen, Schatzi verliebt sich in eine schwarz-weiß-braune Babyhündin und schon kam der Stein ins Rollen. Eh ich wusste, wie mir geschah, hieß es, das Bewerbungsformular ist ausgefüllt! Und dann ging es weiter flott voran: Jeden Tag kam ein neues Paket von Amazon mit neuen Utensilien: Hundegeschirr, Futternapf, erste Futterration, Halsband (sogar mit eingravierten Namen!), Spielsachen, usw.

Ein Welpe namens Zoe zieht ein

Eine Woche später bin ich auf einen bereits länger gebuchten Segeltörn gegangen und wurde mit Status-updates auf dem Laufenden gehalten. Nach der Wohnungsbesichtigung eines Mitarbeiters der Tierschutzorganisation gab’s schon grünes Licht und Zoe sollte sich auf die Reise machen! Zur Abholung war ich dann leider nicht da und konnte nur am gleichen Abend ein Facebook-Live-Video bewundern, in dem plötzlich im bisher hundefreien Wohnzimmer ein Fellbündel mit rosa Zunge herumtobte! Oh man, war ich aufgeregt, nach Hause zu kommen! Und kaum angekommen, begrüßte sie mich auch schon schwanzwedelnd und mit Freuden-Pipi. 🙂 Die ersten Tage waren etwas chaotisch, aber da Sandra Zoe mit in die Arbeit genommen hat, habe ich wohl nur einen Teil mitbekommen, nur dass beide abends immer total fertig auf Couch eingeschlafen sind. 😉

Und dann kam irgendwann der Moment, an dem ich allein mit Zoe war, weil Sandra natürlich auch mal ohne sie was machen wollte. Ich hatte für einen Tag Home Office geplant und als Sandra zur Tür raus ging, drehte Zoe völlig durch. Sie rannte durch die Wohnung, scharrte auf der Couch, heulte und fiepte und ich hatte keine Ahnung, was ich tun soll. Soll ich das jetzt so lassen? Sie beruhigen? Oder ablenken? HILFE!!!

Das hat dann schon so seine zwei Stunden gedauert, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Beim nächsten Mal waren es dann nur noch 1,5 Stunden und so wurde es sukzessive besser und ich konnte die Zeit mit ihr auch besser genießen. Dadurch, dass ich den ganzen Tag von morgens bis abends mit ihr zusammen war, hat sich auch ein innigeres Verhältnis entwickelt und auch das wurde von Mal zu Mal besser. Und meine Vorurteile? Die haben sich in Wohlgefallen aufgelöst. Zoe riecht nach Bienchen und Blümchen und auch wenn sie nass ist, stinkt da nix. Sie verliert zum Teil weniger Haare als ich und das im Gesicht rumschlabbern konnten wir ihr ganz schnell abgewöhnen.

Mit Hund ist die Welt viel schöner

Mit den Monaten hat sich dann unbemerkt eine Routine bei den täglichen Gassigängen und Fütterungen entwickelt und wir haben Zoe´s Persönlichkeit besser kennengelernt. Was für ein unfassbar menschenbezogener und verschmuster Hund sie ist. Sie braucht immer jemanden um sich herum und will dann auch immer so nah wie möglich sein. Sie ist super positiv jedem gegenüber eingestellt und lebt nach der Einstellung „Die ganze Welt ist mein Freund“. Was witzigerweise das genaue Gegenteil von meiner üblichen Einstellung ist. Ich bin eher meist auf dem Trip „die ganze Welt ist mein Feind“. Sie ist wie ein Korrektiv in meinem Leben, das mir zeigt, „Hey alle sind nett, wenn du nett bist“ und „Nimm es wie es kommt, kannst es eh nicht ändern“.

Und irgendwann eines Abends kam da so ein Gefühl in mir auf, dass ich zunächst gar nicht richtig realisiert habe und benennen konnte, bis mir klar wurde: Es ist Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass Zoe bei uns ist und dass sie ist wie sie ist und ihr Leben mit uns teilt. Mittlerweile kann ich mir nicht mehr vorstellen, wie es ohne sie wäre… Meine Prinzessin Schmusebacke hat sich einen Extraplatz in meinem Herzen erobert, der nur ihr gehören wird – für immer. <3

Ich bin eine 37-jährige Leseratte mit einer Vorliebe für alles, was Fell hat, Fotografie und Bildbearbeitung, Natur und Wandern, Yoga und Netflixen. Außerdem verreise ich für mein Leben gern und würde am liebsten auch Zoe überall mit hinschleppen. 😉

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Wie ist das eigentlich wenn man einen neuen Hund bekommt, das auch noch der allererste ist und man eigentlich gar keinen Hund will? ♥
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