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Vorurteil Maulkorb: Was ist dran? – Wir klären auf!

Da wir Menschen momentan zu Corona-Zeiten auch draußen einen Maulkorb tragen müssen, wollen wir uns heute mal etwas genauer mit den Exemplaren für Hunde beschäftigen und schauen, was alles dahinterstecken kann, welche Vorschriften und auch Pros & Contras es gibt.

Warum tragen Hunde einen Maulkorb?

Zunächst einmal ist der Maulkorb rational betrachtet in erster Linie ein Hilfsmittel und nichts Schlimmes oder gar etwas, wovor man Angst haben müsste.

Wenn du einen Hund mit Maulkorb siehst, kann es dafür viele gute Gründe geben und es muss es nicht gleich heißen, dass er bissig ist. Gründe dafür könnten z.B. sein: 

Und es ist sicherlich immer besser einen Maulkorb zu haben, wenn es nicht ganz so notwendig ist, als darauf zu verzichten, obwohl es eigentlich notwendig wäre, nicht wahr? Ihr seht, das gute Hilfsmittel gibt hier nicht nur Sicherheit, sondern auch Freiheit! Damit kann gefahrlos getestet werden, wie der Hund in bestimmten Situationen reagiert.

Aber schauen wir uns mal die Gesetzeslage an:

Gibt es eine Maulkorbpflicht?

Zunächst einmal gibt es in Deutschland keine allgemeinen Regeln zur Maulkorbpflicht. Diese variieren von Bundesland zu Bundesland sehr stark, mitunter sogar von Ort zu Ort, denn diese Regelungen sind Gemeindesache – gleiches gilt übrigens auch für die Leinenpflicht. Verstöße können mitunter sehr teuer werden, die Bußgelder variieren aber auch hier von Bundesland zu Bundesland sehr stark.

Wenn du mit deinem Liebling ins europäische Ausland reist, musst du ggf. auch dort die jeweiligen Regelungen zur Maulkorbpflicht überprüfen oder am besten einfach immer einen dabeihaben! 

Was jedoch fast überall gleich ist, ist die generelle Maulkorbpflicht für Listenhunde. Hierunter fallen z.B. Rottweiler, Pitbull Terrier oder Staffordshire Terrier.

Ebenfalls einheitlich ist die Maulkorbpflicht in den Zügen der Deutschen Bahn, Ausnahmen gibt es nur für Hunde in Transportboxen.

Weitere Ausnahmen gelten für Assistenz-, Blindenführ– und Rettungshunde, diese haben eine spezielle Ausbildung, sind also somit gut erzogen und geprüft. 😉

Maulkorb – Pro und Contra

Wie zuvor schon erwähnt, gibt es durchaus gute Gründe für das Tragen eines Maulkorbes:

Pro:

Contra:

Hier solltest du also immer abwägen, ob die Situation einen Maulkorb erfordert oder ob auch darauf verzichtet werden kann.

Welchen Maulkorb nehme ich denn jetzt?

Wichtig ist in erster Linie, dass der Maulkorb richtig sitzt und dafür muss zunächst korrekt ausgemessen werden. Dafür sollte an 6 Stellen das Maßband angesetzt werden:

Damit hast du die notwendigen Informationen, die du beim Kauf des Maulkorbes auf der jeweiligen Bestellseite einfügen oder mit den Maßen von vorhandenen Angeboten vergleichen kannst.

Wenn man sich auf den jeweiligen Bestellseiten für Maulkörbe umschaut, gibt es eine fast unüberschaubare Vielfalt an Produkten: Aus Plastik oder aus Draht? Als Schlaufe oder Gitter? Oder eine „witzige“ Version mit blutunterlaufenen Zähnen oder Entenschnabel?

Maulschlaufen

Dazu können wir sagen, dass Maulschlaufen generell nicht zu empfehlen sind! Der Hund kann damit nicht mehr Hecheln, was sehr gefährlich werden kann, da Hunde darüber ihre Körpertemperatur steuern. Zudem bieten sie keinen ausreichenden Schutz vor Giftköderaufnahme und auch Trinken ist hiermit nicht möglich. Zur Beißprävention sind sie ebenfalls ungeeignet.

„Lustige“ Maulkörbe

Von „scherzhaften“ Maulkörben ist ebenfalls abzuraten, da sie in der Regel eine schlechtere Passform haben und sowohl Mensch als auch Tiere abschrecken und zu unschönen Situationen führen können.

Maulkorb aus Plastik

Produkte aus Plastik eignen sich gut für z.B. den Tierarztbesuch, Fahrten mit der Bahn u.ä. Solange sie gut sitzen, spricht nichts dagegen. Sie sind in der Regel beißsicher, einfach anzubringen, leicht zu reinigen und Trinken und Leckerli geben ist ebenfalls möglich. Ein Nachteil ist, dass sie selten an den Hund angepasst werden können und mitunter keinen hohen Tragekomfort haben.

Maulkorb aus Biothane

Es gibt auch Maulkörbe aus Biothane, das ist ein Strukturgewebe mit Kunststoffmantel. Diese können auch bunt daherkommen und maßgeschneidert werden. Sie sind ebenfalls leicht zu reinigen und wenn sie gut angepasst werden, angenehm zu tragen. 100%ig beißsicher sind sie allerdings auch nicht immer.

Ledermaulkorb

Ledermaulkörbe eignen sich auch für nahezu jedes Einsatzgebiet. Sie sind leicht, durch das weiche Material angenehm zu tragen, durch den vorhandenen Stirnriemen auch sicher. Hecheln, Trinken und Leckerlis geben ist ebenfalls möglich! Als Giftköderprävention taugen sie indes nur bedingt und man sollte nach einiger Zeit auch das Material prüfen, da es ohne Pflege schnell brüchig werden kann!

Maulkorb aus Draht

Der Klassiker ist der Maulkorb aus Draht. Diese sind auf jeden Fall beißsicher und auch für einen längeren Einsatz geeignet. Gut angepasst und mit gepolstertem Nasenbügel können sie lange und dauerhaft getragen werden. Sie bieten genug Platz zum Hecheln und können auch vor Giftköderaufnahme schützen.

Bitte beim Anpassen immer darauf achten, dass der Maulkorb komplett auf der Schnauze aufliegt und auch noch genügend Platz für das Öffnen des Mundes zum Hecheln übrigbleibt – wir wollen ja nicht, dass unser Schatz hyperventiliert…. Darüber hinaus darf der Maulkorb nicht zu eng sitzen und nichts abdrücken – es sollte also sichergestellt sein, dass die Luft immer frei zirkulieren kann.

Freilich kannst du dich auch in einem Fachgeschäft umfassend beraten und das Ausmessen vor Ort vornehmen lassen.

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Wie gewöhne ich meinen Hund an den Maulkorb?

Vorab ist wichtig zu wissen, dass der Maulkorb niemals vor einer unangenehmen Situation angezogen werden darf, ebenso wenig sollte der Maulkorb abgenommen werden, wenn der Hund versucht, ihn abzustreifen. Und auf gar keinen Fall sollte der Maulkorb als Strafe oder Zwang aufgesetzt werden.

Für die Gewöhnung gehst du am besten langsam und Schritt für Schritt vor:

  1. Der Hund sollte sich erst einmal mit dem neuen Teil bekannt machen, daran schnüffeln und dann ein Leckerli bekommen. Dann kann noch ein Leckerli in den Maulkorb gelegt werden und der Hund kann es sich einfach nehmen und die Schnauze darin eintauchen.
  2. Lobe deinen Hundi, wenn die Schnauze im Maulkorb bleibt und wenn er ca. 10 Sekunden darin bleibt, schließe ihn und mache ihn gleich wieder auf. Dann gibt’s wieder ein Leckerli.
  3. Das Ganze kann dann immer wieder wiederholt werden, bis es keine Reaktion mehr auf das Schließen des Maulkorbes gibt. Die Zeit mit geschlossenem Maulkorb kann dann nach und nach verlängert werden und zwischendurch gibt´s immer wieder Leckerlis.
  4. Jetzt kannst du auch schon draußen mit dem Maulkorb üben und dabei die Tragezeit nach und nach erhöhen. Loben und Leckerlis zwischendurch erhöhen die Akzeptanz des Maulkorbes als etwas Positives.

Wie ist das bei Zoe?

Für Zoe haben für einen Maulkorb besorgt, den wir bei Fahrten mit der Bahn immer dabei haben. Die Gewöhnungsprozedur haben wir schon eingeübt, besonders zugetan ist sie dem Teil aber immer noch nicht und man merkt, dass sie es zwar über sich ergehen lässt, es aber nicht so knorke findet. 

Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass er sehr selten zum Einsatz kommt. Bei weiteren Strecken sitzt sie meist im Auto und bei kürzeren Ausflügen nehmen wir die U-Bahn oder S-Bahn wo keine Maulkorbpflicht herrscht. Hier müssen wir uns also selbst ermahnen, sie ab und zu wieder damit zu konfrontieren…. 😉

Fazit

Also, wenn du das nächste Mal einen Hund mit Maulkorb siehst, statt mit Angst oder Mitleid zu reagieren, einfach mal ein anerkennendes Lächeln schenken oder auch interessiert fragen, warum der Hund einen Maulkorb trägt. Wenn du die Hintergründe und die Geschichte dahinter kennst, merkst du vielleicht, dass da doch ein kleines Engelchen an der Leine ist. 😉

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Tragen eines Maulkorbs? Schauen dich die Leute auch komisch an? Schreib uns in den Kommentaren! 🙂
Der erste Hund
Ines Blumenstein
Runners-Dog

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