midoggy blogparade

Die miDoggy Parade geht in die Juni 2018 Runde. Sie ist eine Reihe von Blogparaden zu den verschiedensten Themen rund um den Hund. Jeden Monat ruft die miDoggy Community ein neues Thema aus, zu welchem dann fleißig in die Tasten gehauen werden darf. Diesen Monat lautet das Thema: „Autofahren mit Hund – So klappt’s“. Wir klären über den sicheren Transport des Hundes im Auto auf und erzählen, wie Zoe das Autofahren gefällt.

Hund im Auto – Was sagt das Gesetz?

Bevor ich auf das richtige Sichern des Hundes im Auto eingehe und wie wir das mit Zoe handhaben, möchte ich die aktuelle Gesetzeslage klären:

Der Gesetzgeber sieht den Hund im Auto als „Ladung“ an. Diese Ladung muss wie jede andere auch gut gesichert werden. Die Vorschriften zur korrekten Ladungssicherung finden sich in der StVO im § 22. Für Hundebesitzer ist vor allem Absatz 1 wichtig. Dort heißt es:

„Die Ladung ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann.“

Wird man von der Polizei mit einem ungesicherten Hund erwischt, droht ein Bußgeld zwischen 30,-€ und 75,-€.

Aber nicht nur das Gesetz besagt, dass der Hund korrekt gesichert werden muss, auch Versicherungen zahlen im schlimmsten Fall nicht wenn der Hund nicht ausreichend gesichert war. Springt der Hund während der Fahrt z.B. ins Lenkrad und daraus entsteht ein Unfall mit Sach- oder Personenschäden, kann sich die Versicherung weigern, die Kosten zu übernehmen. Da nützt einem dann die beste Versicherung nichts! Auch ist wichtig, darauf zu achten, dass der Hundegurt/die Hundebox etc. TÜV-geprüft ist.

 

Wie muss ein Hund im Auto gesichert sein?

Genau wie wir Menschen dazu verpflichtet sind, uns im Auto anzuschnallen, muss ein mitfahrender Hund ebenfalls gesichert werden. Dies verlangt nicht nur das Gesetz oder die Versicherung, sondern auch unsere Fürsorgepflicht für den Hund sollte dazu führen, den Hund nicht einfach ohne Sicherung im Auto zu transportieren. Denn bei einem Frontalcrash mit ca. 70 km/h und einem Hundegewicht von 23 kg entsteht eine Beschleunigungsmasse von bis zu 1.800 kg. Hierzu hat der ADAC einen Crashtest durchgeführt, den man sich definitiv anschauen sollte!

Hund im Auto transportieren: Die verschiedenen Sicherungssysteme im Überblick

  • Hundebox / Transportbox
  • Hundegurt mit Brustgeschirr
  • Hunde-Autositz
  • Kofferraumabtrennung

Die sicherste Methode für Hund und Halter ist die Transportbox. Diese wird in den Kofferraum gestellt und ist verschließbar. Ein Vorteil der Box ist, dass der Hund während der Fahrt dem Besitzer nicht ins Lenkrad springen kann oder bei einer eventuellen Rettung dem Rettungsteam im Weg steht weil der Hund den Besitzer beschützen will. Ein Nachteil der Transportbox ist, dass diese sich bei einem Unfall verziehen kann, was die Rettung des Hundes erschweren kann. Hier sollte man darauf achten, dass es eine „Nottür“ auf der Rückseite der Box gibt. Ein weiterer Nachteil kann die Größe der Transportbox sein. Transportiert man einen großen Hund, kann die Box schon mal den ganzen Kofferraum ausfüllen.

Zoe fährt Auto

Eine weitere Möglichkeit Hunde zu sichern ist die ein spezieller Hundegurt für die Rückbank mitsamt passendem Brustgeschirr. Hier muss der Hund nicht in den Kofferraum und kann z.B. bei einem Familienmitglied auf dem Rücksitz mitfahren. Mit dem Hundegurt kann man den Hund auf der Rückbank anschnallen und mit dem Brustgeschirr verbinden. Wichtig ist hierbei auch wirklich ein Brustgeschirr zu benutzen. Halsbänder sind nicht geeignet da diese den Hund bei einem Unfall oder starkes Bremsen strangulieren können. Für Hunde die etwas ängstlich auf das Autofahren reagieren, liegt der Vorteil bei dieser Methode bei der ständigen Kontrolle des Hundes. Sollte sich der Hund z.B. einmal übergeben müssen, kann man schnell eine Spucktüte unter die Schnauze halten. Der Nachteil ist wie bei der Transportbox auch der Platzmangel. Mit einem 20kg auf der Rückbank bleibt dann nur noch Platz für eine Person.

Der Hundeautositz eignet sich nur für kleine autofahrende Vierbeiner. Dieser wird auf der Rückbank befestigt und der Hund wird im Sitz noch zusätzlich mit einem Geschirr angeschnallt. Die Vorteile sind genau die gleichen wie beim Hundegurt. Allerdings ist hier noch erwähnenswert, dass durch den Sitz der Hund mit der Rückbank nicht in Berührung kommt und somit auch keinen Dreck oder Haare hinterlässt. Nachteil ist ebenfalls der Platzmangel.

Die Kofferraumabtrennung wollte ich eigentlich gar nicht erwähnen, da diese meiner Meinung nach überhaupt keine geeignete Sicherung darstellt und keine Sicherheit für den Hund beitet. Hier wird lediglich der Kofferraum vom Rest des Autos durch ein Gitter oder Netz abgetrennt, was den Personen vorne Schutz bietet. Sollte sich allerdings der Hund ohne jegliche weitere Sicherung im Kofferraum befinden, würde er bei einem Unfall unkontrolliert durch den Kofferraum fliegen. Die dabei möglichen Verletzungen für den Vierbeiner möchte ich mir nicht vorstellen!

 

Wie gewöhne ich meinen Hund ans Autofahren?

Wie bei allen Dingen die man seinem Hund beibringen möchte gilt auch beim Autofahren, den Hund frühzeitig und langsam an das Autofahren gewöhnen. Erst setzt man den Hund in das Auto ohne zu fahren. Bleibt er ruhig – ausgiebig loben und ein Leckerli geben. Dies macht man einige Male und im nächsten Schritt lässt man den Motor an. Auch hier wieder loben ect. sobald sich der Hund beruhigt hat. Nun kann man langsam anfangen kleine Strecken zu fahren und schauen wie sich der Hund verhält. Alternativ kann man auch zuhause den Hund an eine Transportbox gewöhnen. Sobald diese für ihn Sicherheit und Zuflucht bedeutet, kann man die Transportbox in den Kofferraum stellen und dort weiter üben.

Hund ans Autofahren gewöhnen in 10 Schritten:

  1. Die Lieblingsdecke des Hundes (oder eine andere Decke die nach dem Hund riecht) auf die Rückbank legen um einen vertrauten Geruch zu bieten.
  2. Während das Auto stillsteht und der Motor nicht läuft, den Hund auf die Rückbank setzen (bei größeren Hunden kann man bereits versuchen das der Hund alleine auf die Rückbank sprint, Welpen muss man hinein setzen), ins Platz befördern und warten bis er ruhig ist.
  3. Anschließend den Hund ausgiebig loben und Leckerlis geben um das Auto als Ort mit etwas positivem zu verbinden.
  4. Punkt 1-3 regelmäßig wiederholen bevor es weiter geht.
  5. Als nächstes den Hund bei laufendem Motor einsteigen lassen und wieder ausgiebig loben und belohnen.
  6. Reagiert der Hund auf den laufenden Motor nicht mehr ängstlich, kann die erste kurze Fahrt unternommen werden.
  7. Die Länge der Fahrten von mal zu mal steigern.
  8. Vor großen Reisen nur leichte Mahlzeiten und kleine Portionen füttern.
  9. Unterwegs in regelmäßigen Abständen Pausen einlegen in der sich der Hund bewegen und erleichtern kann.
  10. Im absoluten Notfall gibt es diverse Medikamente beim Tierarzt oder in der Apotheke gegen Reisekrankheit, welche eine längere Autofahrt für den Hund ein wenig erträglichlicher machen.

 

Wie fährt Zoe Auto?

Ein Hund im Bus

Zoe fährt Bus

Zoe unternahm ihre erste große Autofahrt bereits mit 4 Monaten, als sie sich in einem großen Transporter auf die knapp 32-stündige Reise von Bulgarien zu uns nach München gemacht hat. Ich glaube nicht das ihr die Fahrt besonders viel Spaß gemacht hat, allerdings erwartete sie bei ihrer Ankunft der Start in ein neues schönes Leben! 🙂

Danach haben wir selber mit ihr erst einmal keine Fahrten unternommen. Wir haben kein eigenes Auto und unsere Tierärztin macht Hausbesuche, weshalb Zoe anfangs kaum Kontakt zu einem Auto hatte. Lediglich ans Busfahren musste sie sich schnell gewöhnen, da sie mit zu mir auf die Arbeit kommt. Dazu habe ich sie in den ersten Tagen mit zur U-Bahn-Station genommen, wo auch alle Busse abfahren und es entsprechend laut ist. Dort haben wir uns auf eine Bank gesetzt und sie konnte sich an die Geräuschkulisse gewöhnen.

Die ersten Fahrten in einem Bus hat sie dann auf ihrer eigenen kleinen Decke mitsamt mir auf dem Boden des Busses erlebt. Daran hat sie sich auch recht schnell gewöhnt, nur die vielen Menschen im Bus bereiteten Zoe noch einige Zeit Angst. Da sie zu der Zeit auch noch sehr schreckhaft war, haben wir ihr Bachblüten gegen Angst täglich unters Futter gemischt und auch schnell Erfolge feststellen können. Heute fährt sie total souverän Bus. Steigt von alleine ein, dreht sich um und geht rückwärts an die Wand. Ich nenne das liebevoll „einparken“. 🙂

Zoe im Auto – Ups mir wird schlecht!

Als wir die ersten Male mit einem geliehenen Auto oder mit Freunden gefahren sind, war Zoe sehr nervös, hechelte die ganze Zeit über und musste sich auch regelmäßig übergeben. Da half dann nur gutes Zureden und Körperkontakt. Für Zoe wäre es nie in Frage gekommen ihre ersten Fahrten alleine im Kofferraum zu erleben. Dafür ist sie viel zu anhänglich und braucht den Kontakt. Also saß sie mit ihrer eigenen Decke auf dem Rücksitz und wurde per Hundegurt angeschnallt. Meistens war ich bei ihr und konnte mit ihr reden, sie berühren und beruhigen. Mit kleineren Pausen bei größeren Fahrten ging es dann auch einigermaßen und meistens warteten am Ende der Fahrt auch tolle Erlebnisse auf Zoe.

Ich bin sicher, das hat ihr auch ein Stück weit die Angst vorm Autofahren genommen! Wenn wir Auto gefahren sind, ging es z.B. in die Berge oder zu Verwandten, wo viele tolle Erlebnisse auf Zoe warteten. Natürlich findet sie Autofahren bis heute nicht super, aber je öfter wir fahren desto einfacher wird es. Mit Leckerlis haben wir nie gearbeitet, da Zoe diese nur wieder erbrochen hätte und auch ihre erste Mahlzeit bekommt sie erst nach der Fahrt am Zielort. Dadurch wird ihr weniger schlecht und mittlerweile atmet sie auch ganz ruhig im Auto.

Alles in allem hat Zoe durch das viele Reisen schon 4.000 bis 5.000 Kilometer mit 2 Jahren auf dem Buckel. Und viele weitere Kilometer werden noch folgen… 😉

 

 

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Autofahren mit Hund - So klappt es! | Runners-Dog Hundeblog
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Hund im Auto transportieren - Wir geben Tipps wie man seinen Hund im Auto am besten sichert und klären über die aktuelle Gesetzeslage auf. ✓
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38jährige Sportbegeisterte Wahl-Münchnerin (ehemals Ruhrpott). Vorlieben für Jogging, Crossfit, Wandern, Skaten, Trails fahren und Joggen. Am besten alles mit meiner Begleiterin Zoe, einer im Mai 2016 geborenen Mischlingshündin aus Bulgarien!

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