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Hund im Auto transportieren – Warum der sichere Transport so wichtig ist

Hund im Auto transportieren
Zoe kuesst mich

Geschrieben von Sandra Tilgner

Ich bin Hundefitnesstrainerin (in Ausb.) und beschäftige mich seit dem dem Einzug meiner Mischlingshündin Zoe (2016) aus Bulgarien mit dem Thema Sport für und mit Hunden. Gerade in Zeiten von Corona ist mir die Beschäftigung und Auslastung von Mensch und Tier ein wichtiges Anliegen, da auch Zoe unter dem Lockdown und den Konsequenzen zu leiden hatte.

8. November 2025

i 3 Inhaltsverzeichnis

Stell dir vor: Du fährst gemütlich mit deinem Hund im Auto, die Sonne scheint, dein Vierbeiner schaut entspannt aus dem Fenster und plötzlich musst du scharf bremsen. Wenn dein Hund nicht richtig gesichert ist, kann er wie ein Geschoss durchs Auto fliegen. Nicht nur er kann sich schwer verletzen, sondern auch du und deine Mitfahrer.

Leider unterschätzen viele Hundehalter dieses Risiko. „Mein Hund liegt doch brav auf der Rückbank“, denken sich viele – bis es kracht. Aber keine Sorge! In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Hund sicher und bequem im Auto transportierst, welche Vorschriften es gibt und wie du Bußgelder vermeidest.

Also, Sicherheitsgurt anlegen (auch für den Hund) und los geht’s!

Key Takeaways - Hund im Auto transportieren

🔹 Hunde müssen im Auto gesichert werden – sonst drohen Bußgelder von bis zu 75 € + 1 Punkt in Flensburg.
🔹 Die sichersten Transportmöglichkeiten sind Transportboxen, Sicherheitsgurte oder Trenngitter im Kofferraum.
🔹 Häufige Fehler vermeiden: Ein ungesicherter Hund kann bei einem Unfall zur Gefahr für alle Insassen werden.
🔹 Angst vorm Autofahren? Mit Geduld, kurzen Fahrten und positiven Erlebnissen gewöhnt sich dein Hund ans Auto.
🔹 Nie im heißen Auto lassen! Schon wenige Minuten können lebensgefährlich sein.

Gesetzliche Vorschriften & Bußgeldkatalog – Diese Regeln gelten, sonst droht ein Bußgeld

Viele wissen es nicht, aber: Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt ein Hund als „Ladung“ und muss entsprechend gesichert werden. In § 22 StVO heißt es, dass Ladung so verstaut werden muss, dass sie bei plötzlichen Brems- oder Ausweichmanövern nicht verrutschen oder umherfliegen kann.

Was passiert, wenn der Hund während der Autofahrt nicht gesichert ist?

Hier wird es spannend (oder teuer 💰):

  • Kein gesicherter Hund = 35 € Bußgeld
  • Wenn es zu einer Gefährdung kommt = 60 € + 1 Punkt in Flensburg
  • Wenn es zu einem Unfall kommt = 75 € + 1 Punkt in Flensburg

🚨 Achtung: Wenn es durch einen ungesicherten Hund zu einem Unfall kommt, kann die Versicherung eine Schadensregulierung verweigern!

👉 Kurzer Reality-Check:
Ein Hund mit 20 kg entwickelt bei einem Unfall mit 50 km/h eine Aufprallkraft von über 600 kg. Das entspricht einem kleinen Motorrad, das durch dein Auto fliegt! Also: Hund sichern = Geld sparen + Leben retten.

Hundekopf aus dem Auto

Die besten Transportmöglichkeiten – Welche Sicherung ist die beste?

Jetzt, wo wir wissen, dass der Hund nicht einfach „mitfahren“ darf, schauen wir uns die besten Transportmöglichkeiten an. Denn nicht jede Lösung ist gleich gut, manche sind sicherer als andere.

Sicherheitsgurte für den Rücksitz – die günstige Lösung

Sicherheitsgurte für Hunde bestehen aus einem Geschirr und einem speziellen Gurt, der in den Anschnaller des Autos gesteckt wird.

Vorteile:
✔️ Günstig (ab ca. 10-30 €)
✔️ Einfach zu nutzen
✔️ Hund kann auf der Rückbank sitzen

Nachteile:
❌ Nur sicher, wenn der Hund ein stabiles Geschirr trägt (Kein Halsband!)
❌ Bei starken Unfällen weniger Schutz als eine Transportbox

💡 Tipp: Nicht alle Gurte sind crash-getestet! Achte beim Kauf auf geprüfte Modelle.

Transportbox für den Kofferraum – Die sicherste Variante

Eine Hundebox ist die beste Lösung, wenn es um maximale Sicherheit geht. Es gibt zwei Arten:

  1. Hartschalenboxen aus Kunststoff (für kleine bis mittelgroße Hunde)
  2. Metallboxen für den Kofferraum (ideal für große Hunde)

Vorteile:
✔️ Höchste Sicherheit bei einem Unfall, wenn der Hund gut gesichert ist.
✔️ Verhindert Ablenkung des Fahrers
✔️ Hund fühlt sich geborgen

Nachteile:
❌ Benötigt Platz im Auto
❌ Hochwertige Modelle sind teurer (ab ca. 50-300 €)

💡 Tipp: Die Box sollte quer zur Fahrtrichtung stehen, so wird die Aufprallenergie besser verteilt.

Trenngitter & Kofferraumlösungen – Sicherer Freiraum für größere Hunde

Wer einen Kombi oder SUV hat, kann den Hund auch im Kofferraum unterbringen, aber nur mit Trenngitter oder Netz!

Vorteile:
✔️ Mehr Bewegungsfreiheit für den Hund
✔️ Kein Hund auf den Sitzen = weniger Schmutz
✔️ Gute Lösung für große Hunde

Nachteile:
❌ Weniger sicher als eine Box
❌ Bei starkem Aufprall ist der Hund ungeschützt

💡 Tipp: Ein zusätzliches Gurtgeschirr im Kofferraum bietet extra Sicherheit.

Angeschnallter Hund

Was ist am bequemsten für deinen Vierbeiner? – Komfort vs. Sicherheit

Sicherheit ist das Wichtigste, aber der Hund sollte sich auch wohlfühlen. Hier ein paar Tipps, um die Autofahrt für deinen Vierbeiner angenehmer zu machen:

🐕 Der richtige Platz:

  • Viele Hunde fühlen sich in einer Transportbox wohler, weil sie sich darin sicherer fühlen.
  • Einige mögen es lieber auf der Rückbank mit Gurt, dann sollte aber eine weiche Unterlage vorhanden sein.

🚗 Klima & Temperatur:

  • Nie einen Hund im heißen Auto lassen! Auch wenige Minuten können lebensgefährlich sein.
  • Im Sommer hilft eine reflektierende Sonnenabdeckung oder eine Klimaanlage.

🦴 Beschäftigung für entspannte Fahrten:

  • Ein Kauartikel oder ein Lieblingsspielzeug kann helfen, den Hund ruhig zu halten.
  • Manche Hunde entspannen besser mit leiser Musik oder beruhigenden Geräuschen.
Hund in einer Transportbox

Häufige Fehler & Mythen – „Mein Hund ist doch brav, der braucht keinen Gurt!“

Viele Hundehalter unterschätzen die Risiken einer Autofahrt und denken sich: „Mein Hund bleibt doch immer ruhig liegen, da passiert nichts.“ Leider ist das ein fataler Irrtum! Hier sind die häufigsten Fehler und Mythen rund um den Hundetransport im Auto und warum sie gefährlich sind.

Fehler #1: „Mein Hund sitzt ruhig auf dem Beifahrersitz, das reicht doch.“

Warum das gefährlich ist:

  • Bei einem Unfall wird der Hund zum Geschoss, auch wenn er nur auf dem Sitz liegt.
  • Der Airbag kann ihn schwer verletzen oder sogar töten.
  • Der Fahrer kann abgelenkt werden, wenn der Hund plötzlich auf den Schoß springt.

Besser: Auf die Rückbank mit Gurt oder in den Kofferraum mit Trenngitter/Box!

Fehler #2: „Ich halte meinen Hund einfach fest, wenn ich bremsen muss.“

Warum das nicht funktioniert:

  • Ein 20-kg-Hund entwickelt bei einem Unfall mit 50 km/h eine Aufprallkraft von über 600 kg. Das kann kein Mensch halten!
  • Selbst wenn du versuchst, ihn festzuhalten, kannst du dich und andere verletzen.

Besser: Ein stabiles Geschirr mit Autogurt oder eine Transportbox verwenden.

Fehler #3: „Hunde müssen nicht angeschnallt werden, das ist nur Geldmacherei!“

Falsch! Laut § 22 der StVO gilt der Hund als Ladung und muss gesichert werden. Wer das nicht tut, riskiert nicht nur ein Bußgeld (bis zu 75 € + 1 Punkt in Flensburg), sondern auch Probleme mit der Versicherung.

Besser: Ein paar Euro für eine sichere Lösung investieren und Bußgelder (und Unfälle) vermeiden.

Fehler #4: „Eine billige Transportbox reicht doch aus.“

Warum das gefährlich ist:

  • Billige Plastikboxen können bei einem Aufprall brechen und der Hund wird ungeschützt durch das Auto geschleudert, wenn er nicht auf der Rücksitzbank gesichert ist.
  • Manche Modelle sind nicht crash-getestet und bieten kaum Schutz.

Besser: Auf stabile Metallboxen oder geprüfte Sicherheitsboxen setzen!

Zoe auf der Rückbank

Praktische Tipps für entspannte Autofahrten mit Hund

Damit dein Hund nicht nur sicher, sondern auch entspannt reist, helfen diese Tipps:

🐾 Vor der Fahrt:
✔ Lass den Hund vorher Pipi machen, nichts ist schlimmer als ein voller Hundeblase unterwegs!
✔ Füttere ihn nicht direkt vor der Fahrt, um Übelkeit zu vermeiden.

🚘 Während der Fahrt:
✔ Nie den Kopf aus dem Fenster hängen lassen. Das sieht süß aus, kann aber gefährlich sein (z. B. durch aufgewirbelte Steine).
✔ Regelmäßige Pausen einplanen, vor allem bei langen Fahrten.
✔ Wasser anbieten, damit der Hund nicht dehydriert.

🌡 Besonders wichtig im Sommer:
✔ Nie im heißen Auto lassen! Selbst wenige Minuten können tödlich sein.
✔ Eine Kühlmatte oder ein Handtuch mit kaltem Wasser hilft bei Hitze.

Wie verhält sich Zoe im Fahrzeug?

Zoe hat bereits mir 4 Monaten das Mitfahren im Bus lernen müssen,  als sie zu uns kam. Ihr blieb quasi nichts anderes übrig, da ein großer damaliger Teil unseres Wegs zur Arbeit mit dem Bus zurückzulegen war. Dafür bin ich extra noch vor den Stoßzeiten mit ihr unterwegs gewesen. So konnte sie sich in Ruhe daran gewöhnen.

Autofahren klappte auch von Anfang an ganz gut, da sie durch das Busfahren wahrscheinlich bereits an das Losfahren und Stoppen gewöhnt. Trotzdem wird ihr noch heute des Öfteren schlecht und sie muss sich übergeben.

Gesichert ist Zoe mit einem Anschnallgurt, der direkt mit ihrem Geschirr verbunden ist. Bloß nicht ans Halsband befestigen, sonst wird dein Hund noch stranguliert! Sie liegt meist auf ihrer eigenen, wasserabweisenden Decke und fühlt sich wohler, wenn jemand mit ihr auf der Rückbank sitzt. Ich habe dann meist noch ein paar Zewa Tücher sowie einen Pupsbeutel in der Nähe liegen, falls sie brechen muss. Wenn das passiert, sieht man es ihr schon im Gesicht an und dann heißt es „schnell mit dem Beutel auffangen“. Darin sind wir jetzt schon Profis 😉

Wenn niemand auf der Rückbank sitzt, kann schonmal was daneben gehen, dann ist eine wasserdichte Unterlage die Rettung. Besonders in einem Mietwagen möchte man kein Erbrochenes von den Sitzen wischen. Die Angebote bei Amazon sind hier wirklich vielfältig. 🛒

Bei kürzeren Strecken (und größeren Autos) sitzt sie auch ab und an mal im Fußraum. Ja, das ist nicht erlaubt, aber wenn wir in einem fremden Auto mitfahren oder einer kurzen Taxifahrt teilweise nicht anders möglich.

Zoe im Auto

Fazit – So kommt jeder sicher ans Ziel

Eine Autofahrt mit Hund kann entspannt und sicher sein, wenn man es richtig macht! Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:

Sicherung ist Pflicht! Sonst drohen Bußgelder (bis zu 75 € + 1 Punkt).
Die sichersten Transportmöglichkeiten:

    • Sicherheitsgurt mit Geschirr (für kurze Strecken)
    • Transportbox (beste Sicherheit)
    • Trenngitter im Kofferraum (für größere Hunde)
      Mythen entlarvt: Ruhig sitzen reicht nicht, ein ungesicherter Hund kann sich und andere schwer verletzen.
      Komfort ist wichtig: Pausen, Wasser und ein kühler Platz für das Tier im Auto machen die Fahrt angenehmer.

Egal, ob Kurztrip oder lange Urlaubsfahrt, mit der richtigen Vorbereitung wird die Autofahrt für dich und deinen Vierbeiner stressfrei und sicher.

👉 Jetzt bist du dran! Wie transportierst du deinen Hund im Auto? Hast du schon Erfahrungen mit einer der Sicherungsmethoden gemacht? Teile deine Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren! Und wenn du jemanden kennst, der noch ungesichert mit seinem Hund fährt, schick ihm diesen Artikel. Gemeinsam sorgen wir für mehr Sicherheit auf der Straße! 🐶👇

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